Homo faber

homo-faber-still

Roger Kausch
Homo faber
Video
Editions: 10

Manchmal ruckelnd und doch ununterbrochen gleitet die Kamera über ein ausuferndes Übereinander: aufgehäufte Werkzeuge Handwerksgerät, Maschinen mit deutlichen Gebrauchsspuren der unterschiedlichsten Gewerke und Aufgaben ausgebreitet, eine Ausschnitt der Menschheitsgeschichte des Bauens und Werkens und Reparierens.

Zweckgerichteten Artefakten aus Holz Metall Kunststoffe Gummi Pappe Papier, in allen Farben, zum Schrauben Bohren Sägen Schweißen Fräsen. Man erkennt offensichtliche Zweitverwendung bleibt an Markennamen hängen, die Hände erinnern manchen Griff, hat man ja solche Werkzeuge selbst schon in der Hand gehabt, assoziiert die dazugehörigen Geräusche.

So evoziert der Blick auf dieses lebendige Museum einen parallelen Film über die damit verbundenen Tätigkeiten, mit Menschen ihre Umwelt gestalten. Seine zeitlichen Dimensionen weisen in verschiedene Richtungen: Spuren der Benützungszeit und wie lange manche Dinge hier schon liegen, Relikte veralteter Techniken und ausgestorbener Berufe. Dieses Puzzle bildet den perpetuierten Zugriff und auch das unaufhörliche Zurückgelegtwerden ab. Man erlebt den Versuch diese Fülle zu bändigen, eine Ordnung aufrecht zu erhalten und wohnt zugleich deren Auflösungserscheinungen bei.

Diese Zeit wird vom Film selbst getaktet. Kontinuierlich ohne Schnitt und Beschönigung mit dem Wackeln und dem Atmen des Kameramanns ist die Sequenz ein Meditation über den staunenden Blick und dabei der Taktgeber unsere Assoziationsketten, eine die andere ablösend und überlagernd, verdrängend. Und der Film selbst ist wiederum – wie er hier zu sehen ist – ein Artefakt am Ende eines langen Produktionsvorgangs.

Buy here